Freitag, 19. Januar 2018

Brother CV3550 Cover Stitch - Testbericht

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr ja wisst, hatte ich mir vor gut einem Jahr eine Covermaschine zugelegt. Damals dachte ich mir, komm gib ein bisschen mehr Geld aus und kauf dir eine Bernina. Die ist überall gut bewertet und scheint top zu sein. Naja, leider war das weit gefehlt, da ich mit dieser Maschine irgendwie gar nicht zurecht gekommen bin. Zuerst musste sie nochmals zur Reparatur, da die linke Nadel Stiche ausgelassen hat. Danach lief sie, aber irgendwie wollte sich das Cover-Hochgefühl nicht einstellen. Nicht selten nähte ich los, natürlich, nachdem ich eine Testnaht gemacht hatte. Die erste Naht klappte super und dann auf einmal riss ein Faden oder es gab einen Fehlstich, oder oder oder. Und dann saß ich ne Weile, bis alles wieder funktioniert hat. Da vergingen dann gerne mal zwei Stunden, bis ein paar poplige Covernähte fertig waren. Und an den Nahtkreuzungen hatte ich dann doch wieder Fehlstiche. Kurz und knapp wir zwei mochten uns einfach nicht. Und wenn man schon Angst hat, eine Nähmaschine auch nur zu bedienen, dann muss sich etwas ändern. Es soll ja Spaß machen.
Daraufhin habe ich beim Nähpark nachgefragt, über die ich die Maschine bezogen hatte, was ich denn noch für Möglichkeiten hätte. Und tatsächlich fanden wir eine einvernehmliche Lösung und nun bin ich stolze Besitzerin einer Brother CV3550 Cover Stitch. An dieser Stelle erst einmal noch herzlichen Dank für den hervorragenden Service.
Im folgenden möchte ich mit Euch gerne meine ersten Erfahrungen mit der Brother CV3550 Cover Stitch teilen.

Natürlich war ich total nervös, als die Maschine mit der Post ankam und ich packte sie ganz ehrfürchtig aus. Mein erster Eindruck war durchweg positiv. Die Maschine macht einen richtig stabilen Eindruck, hat einen großen Durchlass und steht bombenfest auf dem Tisch.
Das erste, was ich bei einer neuen Nähmaschine grundsätzlich mache, ist zunächst alle voreingefädelten Fäden raus, Anleitung neben hinlegen und neu einfädeln. Warum fragt ihr Euch vielleicht. Nun ja, ich finde nur so lernt man das gute Stück richtig kennen. Wer einmal seine Nähmaschine richtig selbst eingefädelt hat, der weiß sofort, wo etwas nicht passen könnte und worauf man achten muss.
Ich dachte zuerst, das geht ganz einfach, sieht ja auch ganz intuitiv aus. Aber weit gefehlt. Beim Versuch einer ersten Testnaht ging gar nix. Also alles nochmal kontrolliert und prompt hatte ich zwei Fehler gefunden.
Hier muss der linke Faden (gelb) links am Metallstück vorbei und die beiden anderen (grün und rot) rechts davon. Auch wenn es wirklich auffällig dran steht, hatte ich das übersehen.
Der zweite Fehler passierte mir direkt danach. Ich hatte mich schon beim Einfädeln gewundert, ob das so sein kann. Ich habe die Fäden komplett hinter die Schiene gelegt und mich gefragt, wie die da richtig geführt werden sollen. Richtig ist hier die Fäden zwischen die Schiene und das kleine Metallplättchen zu legen. Und danach unbedingt darauf achten, dass die Fäden durch die Führung gehen, ansonsten schnappt sich der Greifer für den Deckfaden immer den obersten Faden.
Nach diesen beiden kleinen Fehlern wagte ich mich wieder ans Nähen. Leider immer noch nicht so erfolgreich, die rechte Nadel nähte einfach überhaupt nicht. Nach dem Kontrollieren aller Einfädelwege habe ich kurzerhand die Nadel gewechselt und siehe da, jetzt läuft es auch.
Die erste Covernaht hat mir mit den Standardeinstellungen (4,4,4,-,4) schon so gut gefallen, dass ich natürlich direkt den Deckstich testen musste. Klar, das ist ja auch das größte Highlight an der Maschine und für mich als Jungsmama absolut unverzichtbar und auch der Grund, weshalb ich überhaupt eine Covermaschine wollte, die Covernähte. Und wenn es so wie hier sogar der wunderschöne Deckstich ist und nicht nur die auf links gecoverte Naht, umso besser.
Ich zeig Euch hier mal meinen ersten benähten Stofffetzen.
Selbst um die Ecke nähen ging super mit der Brother. Ich habe für den Deckstich die Fadenspannung etwas verändert. Zunächst auf 4 - 4 - 5 - 4 - 4 und später dann sogar auf 5 - 4 - 5 - 4 - 4. Das hat mir dann richtig gut gefallen. Alle anderen Einstellung wie die Stichlänge und das Differential habe ich auf dem Standardwert gelassen (Stichlänge 3; Differential 1). Wenn ich bedenke, was ich allein bei der Bernina rumgestellt hatte, bis ich mit dem Stichbild zufrieden war, da ging das hier schon viel, viel schneller.
Weiter geht es mit ein paar Bildern meiner Testnähte. Hier das ganze mit Bauschgarn (Madeira Aeroflock) als Legefaden.
Hier der Deckstich auf Bündchen und Sommersweat. Ich habe hier versucht die mittlere Nadel direkt im Nahtschatten laufen zu lassen, aber das Ergebnis des Nahtbildes ist nicht so schön. Auf Facebook haben einige ein schönes Nahtbild hinbekommen, aber hierzu muss man schon einiges an den Fadenspannungen ändern und das ist auch je nach Stoffkombination unterschiedlich. Ich habe für mich dann beschlossen auf nur einem Stoff zu covern. Das klappt dann super mit meinen Einstellungen. Man beachte hier dennoch die Nahtkreuzung die super gecovert wurde, ohne Fehlstich.
Testnaht mit einem breiten Coverstich (zwei Nadeln) und Nahtkreuzung simuliert.
Und auch auf Webware, hier Musselin, covert es sich prächtig.
Was mir nach all diesen Testnähten negativ aufgefallen ist, ist hauptsächlich der geringe Platz unter dem Nähfuß. Da ist wirklich so wenig Platz, dass ich sogar vergessen habe den Fuß runter zu stellen, da ich dachte, er wäre schon unten. Etwas ungewohnt, aber mit der Zeit gewöhnt man sich daran, ist, dass der Hebel auf der rechten Seite sitzt und nicht in der Nähe des Nähfußes.
Schwierig sind auch oft die Anfänge einer Covernaht. Da der Fuß noch nicht komplett auf dem Stoff aufliegt, transportiert die Maschine nicht optimal. Das lässt sich aber super beheben, indem man ein ähnlich dickes Stück Stoff unter den Nähfuß legt, oder auch auf einem Stoffrest beginnt zu covern und dann auf dem eigentlichen Nähstück weiternäht. Der Stoffrest kann dann später einfach abgeschnitten werden.
Was auch etwas schwierig ist, beim Covern einer Overlocknaht, die Spur zu halten. Hier muss ich definitiv noch ein bisschen üben. Hier ist die Naht doch noch etwas wellig geworden, wie man an dieser Sweathose erkennen kann.
Hier ein fertiger Saum eines Shirts. Da lief wirklich alles glatt, ohne Probleme und ohne Fehlstiche.
Und zu guter letzt hat die Brother noch ihr kleines Meisterstück für Weihnachten gecovert, einen Hoody für meinen Neffen. Den zeige ich Euch noch in seiner ganzen Pracht. Der Hoody ist aus Alpenfleece und es hat wirklich sehr gut geklappt. Ich bin dann hier jedoch dazu übergegangen einfach alle dicken Stellen und Nahtkreuzungen vor dem Covern flach und weich zu klopfen. Das ging ganz einfach mit einem Stück Stoff zwischen Nähwerk und Hammer, einmal beherzt zuschlagen und die Naht ist gebändigt und macht keinerlei Zicken beim Übernähen.
Nach diesem Hoody war ich mir sicher, diese Maschine bleibt definitiv bei mir. Und deshalb durfte ich mich an Weihnachten und an meinem Geburtstag über ganz tolles Zubehör freuen - einen Bandleger und ein Säumer-Set. Leider bin ich noch nicht zum Testen gekommen, aber das hole ich ganz bald nach.
Hier nun ein kleines Fazit von mir zur Brother CV3550 Cover Stitch:
Die Maschine erhält von mir eine absolute Kaufempfehlung. Sie ist solide und steht stabil, hat einen großen Durchlass und der Deckstich ist nicht zu toppen. Da lässt sich auch der wenige Platz unter dem Nähfuß und die Transportprobleme am Anfang der Naht super verkraften. Es gibt bezahlbares Zubehör für die Maschine und die Covermaschine selbst liegt mit knapp 670 € im guten Mittelfeld.

Verwendetes Material:

Bitte beachtet, dass jede Maschine anders ist und bei Euch die Einstellungen abweichen können, um ein gutes Ergebnis zu erhalten.

Zu guter Letzt möchte ich Euch noch ein kleine Coverweisheit mit auf den Weg geben. Das Bild dürft ihr Euch auch gerne mitnehmen.


Eure Tina

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für Deinen Erfahrungsbericht. Ich bin zwar noch nicht für mich beim Thema Cover angelangt, aber ich lese gerne Erfahrungsberichte und Tipps. Beim Kauf meiner Nähmaschine habe ich mich fleißig durch die Meinungen geklickt und es war für mich sehr interessant.

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  2. Auch ich besitze diese Maschine und bin nicht so glücklich. Gerade gestern hat mein Händler mir die Alte - 3 Monte alt - durch eine neue ersetzt, weil einfach fast keine vernünftige Naht hinzukriegen war. Gestern habe ich euphorisch die neue Maschine getestet. Leider funktioniert sie wieder nicht so richtig. Auf Stretch-Jersey immer wieder Auslässe auf glatter Bahn. Habe allerdings an den Standarteinstellungen erst einmal nichts geändert. Baumwolle genau dasselbe. Nadeln bei Jersey auf Jersey Super Stretch getauscht und gutes Nähgarn genommen. Keine Verbesserung. 2 Nadel und 3 Nadeln genäht, trotzdem immer wieder Fehler so nach ca. 20 bis 30 cm. Die Coverstich-Oberfunktion habe ich mit der neuen noch gar nicht getestet. Erst einmal müssen die normalen Stiche laufen. Hast du noch einen Tipp? Sonst bin ich nächste Woche wieder beim Händler.

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    1. Hallo,
      bist du denn bei Facebook angemeldet? Da gibt es eine Gruppe nur für diese Maschine und es wird immer super geholfen.
      Ansonsten kann ich nur die normalen Tipps geben, Jersey Nadeln 80 oder 90 Stärke und Markengarn. Ich hab die besten Ergänzungen mit Madeira Aerolock gemacht.
      Was hast du denn genau für Einstellungen und welches Garn hast du benutzt?
      Ganz liebe Grüße
      Tina

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